14.1.16

Einiges der besten deutschsprachigen Literatur kommt aus Syrien!

Vielleicht habt ihr euch schon denken können, dass ich Rafik Schami meine - nicht nur in seine Erzählung über den "Kebab-Künstler" Mahmud habe ich mich schnell verliebt, wie die letzte Deutschschulaufgabe bewies... Hier ein paar weitere Materialien, falls es euch auch so geht wie mir - und wie gesagt, wenn in eurer Nähe eine "Lesung" (nein, vorgelesen wird von ihm eigentlich nicht...) angeboten wird: Hingehbefehl! ;)

- einer der vielen Videobeweise für vorhergehende Klammerbemerkung: Der Mann ist ERZÄHLER! https://www.youtube.com/watch?v=NefxrA632kI
- etwas zu seiner faszinierenden Biographie als syrischer Einwanderer: Aktueller geht's nicht... http://lebenswege.rlp.de/lebenswege/rafik-schami/
- Leseprobe 1: Aus der Sammlung "Der Fliegenmelker", aus der auch "Kebab ist Kultur" stammt... http://www.dtv.de/_pdf/blickinsbuch/11081.pdf?download=true
- Leseprobe 2: http://www.goethe.de/resources/files/pdf71/Rafik_Schami_-_Die_Frau_die_ihren_Mann_auf_dem_Flohmarkt_verkaufte.pdf
- Leseprobe 3: https://files.hanser.de/hanser/docs/20150805_21585113932-73_978-3-446-24941-7-Leseprobe.pdf

11.12.15

Ropoesie

...oder wie nennen wir das? Die Meldung des Tages: Der Roboter "Nao" des Bionicums im Nürnberger Tiergarten hat einen weihnachtlichen Vierzeiler auswendig gelernt, den ich im Rahmen eines Wettbewerbs extra für ihn verfasst habe, und trägt das Gedicht in der Weihnachtszeit regelmäßig bei den Vorführungen um 12:00 und 15:30 Uhr vor. Ja, liebe Schüler, ich weiß, ihr seid KEINE Roboter, aber ihr seht hoffentlich, dass die Kunst des Gedichtvortrags keineswegs uncool ist ;)

BONUSMATERIAL:
- ein Podcast aus Nürnberg mit Hintergrundinfos aus einem Kurzinterview mit mir: http://heikesstadtgefluester.de/ein-gedicht-fuer-einen-roboter/
- eine Videoaufnahme des Gedichtvortrags: https://www.dropbox.com/sc/4b4id9sl1x90rmm/AAAGvyCpEmG48a253DwM6k5xa

15.10.15

Ein starker Abgang

Dass englischsprachige Filme oft in der Übersetzung absurde deutsche Titel bekommen, bin ich ja gewohnt. Was mich jetzt doch ein wenig schockiert hat, ist der Titel des Buches zum Michael-J.-Fox-Film "Die grellen Lichter der Großstadt" (nahe am Original "Bright Lights, Big City") - siehe Überschrift... Wie im Unterricht erwähnt, zeichnet er sich durch die ungewöhnliche Erzählweise in der 2. Person Singular aus, die man sonst allenfalls bei Abenteuer-Spiel-Büchern findet (hier darf ich gleich auf ein paar Klassiker des Genres verweisen, die ich aus meiner Schulzeit kenne: "Der Hexenmeister vom flammenden Berg", "Die Zitadelle des Zauberers", aber auch "Das Universum der Unendlichkeit"- eine unautorisierte Neuinterpretation/Schnelldurchlauffassung habe ich damals sogar auf dem Commodore 64 gebastelt -  sind immer noch "eine Reise wert"; aber ich schweife ab!). Eine englischsprachige Seite mit kleinen Leseproben findet ihr hier, sowie ein Autoreninterview hier. Eine Leseprobe der deutschen Fassung habe ich bis jetzt nicht gefunden, aber ich suche weiter - auf der Google-Bücher-Seite gibt es immerhin verschiedene Links zu preiswerten, antiquarischen Ausgaben des Buchs, wenn jemand ernsthaftes Interesse hat :https://books.google.de/books?id=S2vJPAAACAAJ&sitesec=buy&hl=de&source=gbs_atb

2.10.15

111 Jahre "General Slocum"

Ganz ehrlich, Mr. Lundberg – und ich sage diesmit höchstem Respekt’ – Ihre Inspektion der Slocum war allenfalls oberflächlich. Andere haben ausgesagt, dass Sie weniger als zehn Minuten an Bord des Dampfers waren. Zehn Minuten, Mr. Lundberg. Das ist kaum genug Zeit, mit dem Kapitän eine Halbe zu trinken, was Sie, wie wir von Van Schaick gehört haben, offenbar getan haben. Eine Halbe Bier, im Dienst. Ich bin schockiert, Mister Lundberg.”
Die Menge brach in Gelächter aus.
O’Gorman hielt die Hand hoch. „Ist das wahr, Mr. Lundberg?”
„Es ist so üblich, dass der Kapitän eines Schiffes dem diensthabenden Inspektor ein Getränk anbietet. Es ist Tradition.”
„Tradition. Tradition, Sir, ist es, Ihre Pflicht zu erfüllen, wie sie es geschworen haben. Tradition ist es, sicherzustellen, dass das, was sie geprüft haben, der Überprüfung standhält. Sicherzustellen, dass diese unschuldigen Kinder eine Chance hatten. Legen wir in dieser Stadt, in diesem Land tatsächlich Wert auf öffentliche Sicherheit?” [...]

Ein Auszug aus meinem aktuellen Übersetzungsprojekt, dem Jugendroman "Kiss Me, I'm Dead", ursprünglich "The Unresolved" von J.G.Sandom alias T.K.Welsh. Die Schlamperei der Kontrollinstanzen und einige andere Faktoren waren verantwortlich für das größte Unglück in New York City bis zum 11. September, im Hinblick auf die Zahl der Todesopfer - über 1000 (eintausend!) waren es, hauptsächlich Frauen und Kinder aus dem New Yorker "Kleindeutschland", das danach ebenfalls dem Untergang geweiht war. Warum man auch hierzulande kaum von dem verheerenden Feuer auf dem Ausflugdampfer "General Slocum" im Jahre 1904 gehört hat? Nun ja, da gab es ein paar Jahre später natürlich die Titanic mit ihren Opfern aus der Kategorie "reich und berühmt", und dann die zwei Weltkriege, die am öffentlichen Image der Deutschen mehr als nur kratzten. Ich möchte gegen das Vergessen arbeiten, daher z.B. dieses Projekt - hoffentlich auch einmal als Klassenlektüre gelesen. Wer sich in der Zwischenzeit genauer informieren möchte, dem seien beispielsweise folgende Links ans Herz gelegt:
http://www.spiegel.de/panorama/schiffstragoedie-in-new-york-little-germanys-untergang-a-410073.html
http://www.welt.de/geschichte/article129048984/Die-Katastrophe-der-General-Slocum.html
http://www.heise.de/tp/artikel/17/17678/1.html



28.9.15

Erzählte Zeit oder Die Sache mit dem Eulenfluss

Wenn es einen Klassiker der Zeitdehnung und Bewusstseinsstrom-Technik in einer Kurzgeschichte gibt, dann ist das wohl Ambrose Bierces "An Occurrence At Owl Creek Bridge", mit deren Originalfassung ich im Englisch-Leistungskurs bei Herrn Scheuring circa anno 1992 zum ersten Mal konfrontiert wurde und die mich seither nicht loslässt. Zwischenzeitlich habe ich auch die kongeniale Twilight-Zone-Episode entdeckt, die - eine weitere Premiere - im Gegensatz zu den anderen von einem externen französischen Filmteam realisiert wurde und den guten Rod Serling so mächtig beeindruckt hat, dass er sie einfach in seine Sendung holen musste (allein über die Kamerafahrten könnte man Bände füllen). Wenn ihr jetzt neugierig geworden seid, was es mit diesem geheimnisvollen Stück Literatur auf sich hat: Hier kann man die Geschichte im englischen Original und in deutscher Sprache parallel nachlesen! Das Video dazu gibt's "Natürlich" auf YouTube - ich habe eine Version mit spanischen Untertiteln gewählt, weil es in der Verfilmung ohnehin nicht viel Text gibt und die Bild- und Tonqualität mir bei dieser Fassung noch mit am besten erschien:

22.9.15

Neues vom Mars

Es ist natürlich nicht nur eine Literaturempfehlung, sondern auch ein wenig Eigenwerbung ;)
Ich hatte kürzlich das Vergnügen, Andy Weir per Skype interviewen zu dürfen, dessen Roman "Der Marsianer" ganz weit oben auf der New-York-Times-Bestsellerliste steht und nächsten Monat als Film mit Matt Damon in der Hauptrolle in die Kinos kommt (Regie: Ridley Scott!). Eine deutsche Übersetzung des Interviews findet ihr unter http://blog.hillvalley.de/2015/09/spuren-auf-dem-mars/, wo ihr auch das Original nachlesen und -hören könnt. Viel Spaß!

17.9.15

Wiederum: Aus gegebenem Anlass

...noch einmal das Max-Goldt-Zitat über "DIE ZEITUNG" nach oben geholt: "Diese Zeitung ist ein Organ der Niedertracht. Es ist falsch, sie zu lesen. Jemand, der zu dieser Zeitung beiträgt, ist gesellschaftlich absolut inakzeptabel. Es wäre verfehlt, zu einem ihrer Redakteure freundlich oder auch nur höflich zu sein. Man muss so unfreundlich zu ihnen sein, wie es das Gesetz gerade noch zulässt. Es sind schlechte Menschen, die Falsches tun." - aus "Mein Nachbar und der Zynismus", in: Der Krapfen auf dem Sims, Berlin 2001
P.S. Besagter Anlass: http://www.mimikama.at/allgemein/beim-fcstpauli-sind-refugeesnotwelcome-kai-diekmanns-bild-steile-thesen/

15.9.15

Noch einmal, mit Gefühl

Hallo Welt! Nach einer ziemlich langen Zeit der Ruhe möchte ich diesem Blog noch eine Chance geben - ich wünsche allen am WEG und sonstwo einen guten Start ins neue Schuljahr!

22.10.13

"Gollum" in Schwabach

Heute habe ich mich sehr gewundert, dass das in meiner 10. Deutschklasse noch kaum jemand mitbekommen hat, also muss hier doch wieder einmal etwas Werbung sein: Im Rahmen der diesjährigen Aktion "LesArt" in Schwabach wird es eine Lesung aus Tolkiens "Hobbit" geben, bei der niemand Geringerer als der deutsche Synchronsprecher der Figur "Gollum", Andreas Fröhlich (nicht nur den Angehörigen meiner Generationauch bekannt als die Stimme Bob Andrews' von den Drei ???), beteiligt sein wird. Dieser war außerdem für die deutsche Fassung der Dialogbücher und die Synchronregie der "Herr der Ringe"-Trilogie verantwortlich. Wer noch keine Karte hat, sollte sich definitiv darum bemühen (z.B. im Bürgerbüro / Rathaus), denn so etwas bekommt man nicht alle Tage geboten...

25.8.13

Die Freitagskrise

Eine Rezension aus meinem anderen Blog, die aber eigentlich viel besser hier hinein passt:
Als wären die Tage an der Berliner Problemschule nicht schon abenteuerlich genug, kommt nun auch noch der Mathelehrer Altmann auf mysteriöse Weise ums Leben. Da stimmt doch was nicht, denken die Kolleginnen Frl. Krise und Frau Freitag: Musiklehrerin Johanna Schirmer postet überraschende Details über ihre Affäre mit ihm, die Cousins einer türkischen Schülerin hatten Rache geschworen, seine sehr junge, sehr schwangere Witwe versteht sich etwas zu gut mit ihrem Powerplate-Trainer und Schüler Ali hat eine Rechnung zu begleichen... Frl. Krise und Frau Freitag ermitteln – und das alles neben dem ganz alltäglichen Schulwahnsinn. (Klappentext)
Für Uneingeweihte nur eine kurze Vorbemerkung: "Frl. Krise" und "Frau Freitag" sind Lehrerinnen an verschiedenen sogenannten "Problemschulen" in Berlin. Ihre Erfahrungen mit "der Jugend von heute" sammeln und verarbeiten sie nicht nur beim gemeinsamen Kaffeepläuschchen sondern vor allem in ihren jeweiligen Blogs; Sammlungen von Blogartikeln sind bereits in Buchform erschienen. Nachdem "Frl. Krise" schon darauf hingewiesen hatte, dass sie überhaupt erst wegen ihrer Freundin "Frau Freitag" angefangen hat zu bloggen, wurde es offenbar Zeit für ein gemeinsames Projekt. Die Bücher respektive Blogs der beiden ähneln sich inhaltlich - manchmal auch sprachlich-stilistisch ebenfalls sehr; zumindest ich war mir bei der Lektüre von "Frl. Krises" gesammelten Werken nicht immer sicher, ob ich nicht vielleicht doch das heimliche dritte "Frau-Freitag"-Buch in Händen hielt.