9.2.17

Sendeschluss?!

Nein, das Blog wird nicht geschlossen! Allerdings, liebe 7d, ist mir gerade heute ein noch mehr vom Aussterben bedrohtes Wort als das "Testbild" aus unserem Kreuzworträtsel aufgefallen, namentlich der "Sendeschluss" - Testbilder gibt es ja immerhin noch regelmäßig auf (noch) unbelegten Sendefrequenzen zu sehen... Aber dass ein Sender tatsächlich nachts "schlafen geht"? Unfassbar! ;)

21.12.16

Materialien...

...zu einer Kritik der bekanntesten Gedichtform italienischen Ursprungs - auch bekannt als das Gedicht, bei dessen Vortrag (ist schließich ein Zitat) man auch mal ein paar "böse" Wörter öffentlich sagen kann:
P.S. Der verstorbene Autor Robert Gernhardt hat übrigens viele von Otto Waalkes' Reimen verfasst, die in dessen Filmen und Shows zum Besten gegeben werden.

22.7.16

Freiwillige Tests...?

Wenn ein Test herausgegeben wird oder die Zeugnisse anstehen, ist die Aufregung groß, schließlich hängt doch mehr als einmal das Fortkommen in der Schule, die Frage nach Bestehen oder Nichtbestehen der Jahrgangsstufe davon ab. In jedem Fall aber empfinden Nico Normalschüler und Nicole Normalschülerin das Papier, das sie da zurückbekommen, nicht als eine Auszeichnung oder Siegerurkunde (man redet hier schließlich nicht von den Bundesjugendspielen). Einige verziehen sich verschämt ihn „ihre“ Ecke, wenn der Lehrer oder die Lehrerin ihnen den Test ausgehändigt haben, und sind für den Rest des Tages schlecht zu erreichen.
Eine ganz andere Szene gab es dagegen kürzlich am Wolfram-von-Eschenbach-Gymnasium zu bestaunen: Tatsächlich, hier wurden Schüler, die an einem Englisch-Test teilgenommen hatten, für ihre überdurchschnittlichen Ergebnisse in einer Feierstunde in der Aula vom Schulleiter Dr. Richard Kifmann höchstpersönlich geehrt. Der Gipfel: Besagte Schüler hatten gar freiwillig an diesem Test teilgenommen, statt am Tag der Schulaufgabe zähneknirschend ins Klassenzimmer zu marschieren und sich widerwillig dem unvermeidlichen Test zu unterziehen.
Was war passiert? Die „Big Challenge“ war am WEG, lokal organisiert wie bereits in den vorigen Jahren von Studienrätin Dorothea Jakob. Aus den Klassen 5-9 sind vom Wolfram-von-Eschenbach-Gymnasium schon seit Beginn konstant ca. 100 Teilnehmer dabei, die auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Medaillen und Sachpreise einheimsen konnten. Beachtliche, überdurchschnittliche Ergebnisse (bis in die „Top 500“ von deutschlandweit mehreren 10.000 Teilnehmern) erzielten dabei insbesondere die Klassenbesten aus den 5., 6. und 7. Jahrgangsstufen.
Der Wettbewerb „The Big Challenge“ wurde auf Initiative einer Gruppe von Englischlehrkräften in Frankreich am 18. Mai 1999 erstmals veranstaltet. Es handelt sich dabei um einen spielerischen Englischwettbewerb in verschiedenen, lernstufenabhängigen Schwierigkeitsgraden. Er besteht aus jeweils 45 Multiple-Choice-Fragen zu Wortschatz, Grammatik, Phonetik und Landeskunde.
Es gibt ihn heute in 7 Ländern: Frankreich, Deutschland, Österreich, Spanien, Schweden, Polen und die Niederlande. Die deutsche Variante wird seit 2005 durchgeführt. „The Big Challenge“ ist also ein europäisches Event und hat dafür im Jahr 2014 das European Language Label erhalten. Europaweit nahmen in diesem Jahr 600.000 Schüler und Schülerinnen teil.

Das Ziel des Big Challenge-Wettbewerbs ist, möglichst viele Schülerinnen und Schüler für das Fach Englisch zu begeistern und zu ermutigen – das dürfte für das WEG als mehr als gelungen zu bezeichnen sein.

14.1.16

Einiges der besten deutschsprachigen Literatur kommt aus Syrien!

Vielleicht habt ihr euch schon denken können, dass ich Rafik Schami meine - nicht nur in seine Erzählung über den "Kebab-Künstler" Mahmud habe ich mich schnell verliebt, wie die letzte Deutschschulaufgabe bewies... Hier ein paar weitere Materialien, falls es euch auch so geht wie mir - und wie gesagt, wenn in eurer Nähe eine "Lesung" (nein, vorgelesen wird von ihm eigentlich nicht...) angeboten wird: Hingehbefehl! ;)

- einer der vielen Videobeweise für vorhergehende Klammerbemerkung: Der Mann ist ERZÄHLER! https://www.youtube.com/watch?v=NefxrA632kI
- etwas zu seiner faszinierenden Biographie als syrischer Einwanderer: Aktueller geht's nicht... http://lebenswege.rlp.de/lebenswege/rafik-schami/
- Leseprobe 1: Aus der Sammlung "Der Fliegenmelker", aus der auch "Kebab ist Kultur" stammt... http://www.dtv.de/_pdf/blickinsbuch/11081.pdf?download=true
- Leseprobe 2: http://www.goethe.de/resources/files/pdf71/Rafik_Schami_-_Die_Frau_die_ihren_Mann_auf_dem_Flohmarkt_verkaufte.pdf
- Leseprobe 3: https://files.hanser.de/hanser/docs/20150805_21585113932-73_978-3-446-24941-7-Leseprobe.pdf

11.12.15

Ropoesie

...oder wie nennen wir das? Die Meldung des Tages: Der Roboter "Nao" des Bionicums im Nürnberger Tiergarten hat einen weihnachtlichen Vierzeiler auswendig gelernt, den ich im Rahmen eines Wettbewerbs extra für ihn verfasst habe, und trägt das Gedicht in der Weihnachtszeit regelmäßig bei den Vorführungen um 12:00 und 15:30 Uhr vor. Ja, liebe Schüler, ich weiß, ihr seid KEINE Roboter, aber ihr seht hoffentlich, dass die Kunst des Gedichtvortrags keineswegs uncool ist ;)

BONUSMATERIAL:
- ein Podcast aus Nürnberg mit Hintergrundinfos aus einem Kurzinterview mit mir: http://heikesstadtgefluester.de/ein-gedicht-fuer-einen-roboter/
- eine Videoaufnahme des Gedichtvortrags: https://www.dropbox.com/sc/4b4id9sl1x90rmm/AAAGvyCpEmG48a253DwM6k5xa

15.10.15

Ein starker Abgang

Dass englischsprachige Filme oft in der Übersetzung absurde deutsche Titel bekommen, bin ich ja gewohnt. Was mich jetzt doch ein wenig schockiert hat, ist der Titel des Buches zum Michael-J.-Fox-Film "Die grellen Lichter der Großstadt" (nahe am Original "Bright Lights, Big City") - siehe Überschrift... Wie im Unterricht erwähnt, zeichnet er sich durch die ungewöhnliche Erzählweise in der 2. Person Singular aus, die man sonst allenfalls bei Abenteuer-Spiel-Büchern findet (hier darf ich gleich auf ein paar Klassiker des Genres verweisen, die ich aus meiner Schulzeit kenne: "Der Hexenmeister vom flammenden Berg", "Die Zitadelle des Zauberers", aber auch "Das Universum der Unendlichkeit"- eine unautorisierte Neuinterpretation/Schnelldurchlauffassung habe ich damals sogar auf dem Commodore 64 gebastelt -  sind immer noch "eine Reise wert"; aber ich schweife ab!). Eine englischsprachige Seite mit kleinen Leseproben findet ihr hier, sowie ein Autoreninterview hier. Eine Leseprobe der deutschen Fassung habe ich bis jetzt nicht gefunden, aber ich suche weiter - auf der Google-Bücher-Seite gibt es immerhin verschiedene Links zu preiswerten, antiquarischen Ausgaben des Buchs, wenn jemand ernsthaftes Interesse hat :https://books.google.de/books?id=S2vJPAAACAAJ&sitesec=buy&hl=de&source=gbs_atb

2.10.15

111 Jahre "General Slocum"

Ganz ehrlich, Mr. Lundberg – und ich sage diesmit höchstem Respekt’ – Ihre Inspektion der Slocum war allenfalls oberflächlich. Andere haben ausgesagt, dass Sie weniger als zehn Minuten an Bord des Dampfers waren. Zehn Minuten, Mr. Lundberg. Das ist kaum genug Zeit, mit dem Kapitän eine Halbe zu trinken, was Sie, wie wir von Van Schaick gehört haben, offenbar getan haben. Eine Halbe Bier, im Dienst. Ich bin schockiert, Mister Lundberg.”
Die Menge brach in Gelächter aus.
O’Gorman hielt die Hand hoch. „Ist das wahr, Mr. Lundberg?”
„Es ist so üblich, dass der Kapitän eines Schiffes dem diensthabenden Inspektor ein Getränk anbietet. Es ist Tradition.”
„Tradition. Tradition, Sir, ist es, Ihre Pflicht zu erfüllen, wie sie es geschworen haben. Tradition ist es, sicherzustellen, dass das, was sie geprüft haben, der Überprüfung standhält. Sicherzustellen, dass diese unschuldigen Kinder eine Chance hatten. Legen wir in dieser Stadt, in diesem Land tatsächlich Wert auf öffentliche Sicherheit?” [...]

Ein Auszug aus meinem aktuellen Übersetzungsprojekt, dem Jugendroman "Kiss Me, I'm Dead", ursprünglich "The Unresolved" von J.G.Sandom alias T.K.Welsh. Die Schlamperei der Kontrollinstanzen und einige andere Faktoren waren verantwortlich für das größte Unglück in New York City bis zum 11. September, im Hinblick auf die Zahl der Todesopfer - über 1000 (eintausend!) waren es, hauptsächlich Frauen und Kinder aus dem New Yorker "Kleindeutschland", das danach ebenfalls dem Untergang geweiht war. Warum man auch hierzulande kaum von dem verheerenden Feuer auf dem Ausflugdampfer "General Slocum" im Jahre 1904 gehört hat? Nun ja, da gab es ein paar Jahre später natürlich die Titanic mit ihren Opfern aus der Kategorie "reich und berühmt", und dann die zwei Weltkriege, die am öffentlichen Image der Deutschen mehr als nur kratzten. Ich möchte gegen das Vergessen arbeiten, daher z.B. dieses Projekt - hoffentlich auch einmal als Klassenlektüre gelesen. Wer sich in der Zwischenzeit genauer informieren möchte, dem seien beispielsweise folgende Links ans Herz gelegt:
http://www.spiegel.de/panorama/schiffstragoedie-in-new-york-little-germanys-untergang-a-410073.html
http://www.welt.de/geschichte/article129048984/Die-Katastrophe-der-General-Slocum.html
http://www.heise.de/tp/artikel/17/17678/1.html



28.9.15

Erzählte Zeit oder Die Sache mit dem Eulenfluss

Wenn es einen Klassiker der Zeitdehnung und Bewusstseinsstrom-Technik in einer Kurzgeschichte gibt, dann ist das wohl Ambrose Bierces "An Occurrence At Owl Creek Bridge", mit deren Originalfassung ich im Englisch-Leistungskurs bei Herrn Scheuring circa anno 1992 zum ersten Mal konfrontiert wurde und die mich seither nicht loslässt. Zwischenzeitlich habe ich auch die kongeniale Twilight-Zone-Episode entdeckt, die - eine weitere Premiere - im Gegensatz zu den anderen von einem externen französischen Filmteam realisiert wurde und den guten Rod Serling so mächtig beeindruckt hat, dass er sie einfach in seine Sendung holen musste (allein über die Kamerafahrten könnte man Bände füllen). Wenn ihr jetzt neugierig geworden seid, was es mit diesem geheimnisvollen Stück Literatur auf sich hat: Hier kann man die Geschichte im englischen Original und in deutscher Sprache parallel nachlesen! Ein Video gibt's "natürlich" auch:

An Occurrence at Owl Creek Bridge from Rafal Tyslewicz - Colour Grading on Vimeo.

22.9.15

Neues vom Mars

Es ist natürlich nicht nur eine Literaturempfehlung, sondern auch ein wenig Eigenwerbung ;)
Ich hatte kürzlich das Vergnügen, Andy Weir per Skype interviewen zu dürfen, dessen Roman "Der Marsianer" ganz weit oben auf der New-York-Times-Bestsellerliste steht und nächsten Monat als Film mit Matt Damon in der Hauptrolle in die Kinos kommt (Regie: Ridley Scott!). Eine deutsche Übersetzung des Interviews findet ihr unter http://blog.hillvalley.de/2015/09/spuren-auf-dem-mars/, wo ihr auch das Original nachlesen und -hören könnt. Viel Spaß!

17.9.15

Wiederum: Aus gegebenem Anlass

...noch einmal das Max-Goldt-Zitat über "DIE ZEITUNG" nach oben geholt: "Diese Zeitung ist ein Organ der Niedertracht. Es ist falsch, sie zu lesen. Jemand, der zu dieser Zeitung beiträgt, ist gesellschaftlich absolut inakzeptabel. Es wäre verfehlt, zu einem ihrer Redakteure freundlich oder auch nur höflich zu sein. Man muss so unfreundlich zu ihnen sein, wie es das Gesetz gerade noch zulässt. Es sind schlechte Menschen, die Falsches tun." - aus "Mein Nachbar und der Zynismus", in: Der Krapfen auf dem Sims, Berlin 2001
P.S. Besagter Anlass: http://www.mimikama.at/allgemein/beim-fcstpauli-sind-refugeesnotwelcome-kai-diekmanns-bild-steile-thesen/