2.3.07

Meine Wortpatenschaft: "befleißigen"

Nachdem ich von dieser Aktion des "Vereins Deutsche Sprache" schon vor einiger Zeit gelesen und erst gestern wieder bemerkt habe, wie gerne ich "sich befleißigen" (mit Genitiv) in den letzten Monaten gebraucht habe (z.B. in der Forderung, eine Schülerin aus der 8. Jahrgangsstufe möge sich doch bitteschön einer gepflegteren Ausdrucksweise befleißigen, wenn sie darum bittet, auf die Toilette zu dürfen), habe ich mich jetzt entschlossen, die Patenschaft für dieses wunderschöne, aber anscheinend leider vom Aussterben bedrohte Verb zu übernehmen. Dieser - laut den Organisatoren - "geistige Umweltschutz" - beinhaltet für mich folgende Aufgabe, die ich mit Freuden übernehme:

Beschützen Sie ein deutsches Wort und übernehmen Sie dafür die Verantwortung: Entwickeln Sie das Wort weiter, pflegen Sie es, hüten Sie es vor Mißbrauch oder Verdrängung! Schreiben Sie Gedichte mit Ihrem Wort, tauschen Sie sich aus mit anderen Wortpaten und schaffen Sie Wörterbiotope oder -museen, ertüfteln Sie Wortspielereien. Und helfen Sie gleichzeitig mit einer kleinen Spende dem gemeinnützigen Verein Deutsche Sprache. Ihr Einsatz für die Gemeinschaft!

Vielleicht kann sich ja der Eine oder die Andere nach Lektüre dieser Zeilen zu einem ebensolchen Schritt entschließen, auch wenn es nicht ganz kostenlos ist (aber immerhin auch eine allerliebste Geschenkidee).

25.2.07

Max Goldt über DIE ZEITUNG

Passend zu Katharina Blum noch ein wenig "BILD-Bashing", mit bestem Dank an Stephan (in den Kommentaren zu diesem Artikel)!

"Diese Zeitung ist ein Organ der Niedertracht. Es ist falsch, sie zu lesen. Jemand, der zu dieser Zeitung beiträgt, ist gesellschaftlich absolut inakzeptabel. Es wäre verfehlt, zu einem ihrer Redakteure freundlich oder auch nur höflich zu sein. Man muss so unfreundlich zu ihnen sein, wie es das Gesetz gerade noch zuläßt. Es sind schlechte Menschen, die Falsches tun." - aus "Mein Nachbar und der Zynismus", in: Der Krapfen auf dem Sims, Berlin 2001

7.2.07

Ich hân mîn lehen

In eigener Sache und aus gegebenem Anlass darf ich heute Walther von der Vogelweide zitieren:

Ich hân mîn lehen

Ich hân mîn lehen, al die werlt, ich hân mîn lêhen.
nû envürhte ich niht den hornunc an die zêhen,
und will alle bœse hêrren dester minre vlêhen.

Der edel künec, der milte künec hât mich berâten,
daz ich den sumer luft und in dem winter hitze hân.
mîn nâhgebûren dunke ich verre baz getân:

si sehent mich niht mêr an in butzen wîs alsô si tâten.
ich bin ze lange arm gewesen ân mînen danc.
ich was sô voller scheltens daz mîn âtem stanc:

daz hât der künec gemachet reine, und dar zuo mînen sanc.

6.2.07

Krabat abgedreht

Damit ist jetzt der Film-Begriff gemeint, nicht etwa die Tatsache, dass der Junge irgendwie verrückt wäre (was sicherlich Gegenstand einer schulmäßigen Interpretation sein könnte...) Jedenfalls passt dieser Beitrag aus meinem anderen Blog auch so wunderbar hierher, dass ich mir erlaube, mich zu wiederholen:

Wieder einmal ein Buch, das eine Mehrzahl der “Kinder der 80er” (hoffentlich natürlich auch die heutigen noch…) kennen dürfte: Otfried Preußlers gelungene Jugendbuch-Umsetzung der alten Legende von Krabat, dem Müllergesellen, der in einer “Schwarzen Schule” gelandet ist. Der deutsche Regisseur und Drehbuchautor Marco Kreuzpaintner hat sich an eine Verfilmung von Preußlers Roman gewagt, die in den letzten Jahren immer mal wieder den Status gewechselt, aber inzwischen tatsächlich konkrete Gestalt angenommen hat: An Drehorten in Rumänien sowie am Originalschauplatz Schwarzkollm bei Hoyerswerda traf sich eine (meiner Meinung nach) Traumbesetzung aus bekannten Jungschauspielern wie Daniel “Good bye Lenin” Brühl als Altgesell Tonda, David “Knallhart” Kross als Krabat, Robert “Engel & Joe” Stadlober als Lyschko sowie Paula “Die Wolke” Kalenberg als die Kantorka, um die Geschichte, die so viele schon in ihrer Fantasie durchlebt haben, in neuer Form lebendig werden zu lassen.

Wie ich leider erst jetzt herausgefunden habe, gibt es zu der Entstehung des Filmes, der jetzt - wie oben erwähnt - abgedreht ist und sich in der Nachbearbeitungsphase (”Post-Production”) befindet ein Blog mit Beiträgen von den verschiedensten Mitgliedern der Filmcrew - absolut lesenswert & macht Appetit auf den fertigen Film, für den ich allerdings noch keinen konkreten Erscheinungstermin herausfinden konnte.

22.12.06

Frohe Weihnachten

...und schöne Ferien wünsche ich allen AlexandrinerInnen (und sonstigen Besuchern), die - im Gegensatz zur aktuellen Wetterlage - an ihren freien Tagen hier "hereingeschneit" sind ;)
P.S.: Speziell für die 9e: hier noch ein Link zu den Alexandrinern der anderen Art, ihr wisst schon...

3.12.06

Kurzgeschichten & Interpretationen

Unter dem Titellink (und hier) gibt es nicht nur eine Interpretation der "Eulenfluss-Brücke" - auch Wohmann's "Verjährt" ist hier anzutreffen. Zwar (formal) keine Musteraufsätze für die "Erschließung eines poetischen Textes", aber ohne Zweifel anregendes Material für die Deutung so mancher Geschichte! Schön ist auch der Aufsatz mit dem Titel "Was wollten Sie damit sagen?", der sich mit der Problematik des Interpretierens selbst beschäftigt - allerdings an die Adresse des Autors gerichtet, der sich über genau diese Frage (bzw. die Tatsache, dass sie ihm garantiert später gestellt wird) Gedanken machen sollte, bevor er überhaupt beginnt.

16.11.06

Deutsche Wörter in anderen Sprachen

"Du besservisseri hast eine noiroze" titelt das Schweizer Magazin "Facts Online" und spricht damit hoffentlich nicht uns an. Ob sich das Deutsche so entwickelt wie in dem Artikel aus der Süddeutschen spekuliert wird, den wir vor einigen Wochen gelesen haben, bleibt abzuwarten. Es ist jedoch auf jeden Fall gut zu sehen, dass es auch anders herum läuft: Die Sprachen der Welt sind voller Germanismen (wenn diese auch zugegebenermaßen nicht durchweg schmeichlerisch sind)...

20.10.06

Richard Brautigan

"12 Erdbeeren erinnern an Richard Brautigan" - eine wunderschöne Hommage an den Autor von "Wundersamer Verkehrsstau in Montana" und "Der kleinste Schneesturm, der je registriert wurde". Unbedingt lesen!

8.10.06

"Eine große Boulevardzeitung"

"Wen meint der eigentlich?" mögen sich einige Leser vorigen Blogeintrags gefragt haben. Dann will ich doch gar nicht damit hinterm Berg halten: Es geht um das bekannteste Bild-ungsblatt der deutschen Nation, dem die "Bildblogger" glücklicherweise nicht jede schlecht recherchierte Geschichte und (unbewusste?) Falschinformation durchgehen lassen. Ich selbst tendiere auch zur Denke des mir leider unbekannten Leserbriefschreibers, der feststellte, dass man denjenigen (nicht nur politischen) Größen eine gehörige Portion Misstrauen entgegen bringen sollte, die der Meinung sind, ohne Not ausgerechnet in der "Bild" exklusive Meinungsäußerungen verbreiten zu müssen (diejenigen, die Bild ungefragt zitiert, seien natürlich entschuldigt)...

2.10.06

Einleitung einer Erörterung

Nicht nur meiner bescheidenen Meinung nach sollte die Einleitung einer Erörterung sich nicht darauf beschränken, lediglich das Thema vorzustellen bzw. zu definieren, sondern - in Anbetracht der Tatsache, dass das schulische Erstellen solcher Texte ja keinen Selbstzweck darstellen soll - immer auch mit dem (späteren) Publikum im Hinterkopf geschehen: Die Aufmerksamkeit und der Weiter-Lese-Wille des Betrachters ist zu wecken, und das möglichst nicht nur mit den billigen Tricks einer großen Boulevardzeitung (Stichwort: "10.000 TOTE!!!!! ...hätte es gegeben, wenn..."). Ein provozierendes Zitat darf es natürlich schon einmal sein. Außer den Vorschlägen, die wir heute gesammelt haben, finden sich Anregungen auch unter dieser und dieser Adresse. Letztere bietet dabei auch Tipps zum Schlussteil.